Gebäude Energie Gesetz 2020 (GEG) und Wintergartenbau

 

 Was sollten Planer, Hersteller und Monteure von Wintergärten mindestens vom neuen Gebäudeenergiegesetz 2020
  kennen und beachten?

(GEG: Bundesgesetzblatt Jahrgang 2020 Teil I Nr. 37, ausgegeben zu Bonn am 13. August 2020)

 

1. Vorbemerkungen

Seit 1. 11. 2020 ist es soweit – seitdem ist das Gebäude Energie Gesetz in Kraft!

Nachdem wir viele Jahre mit den 3 parallel geltenden Regelwerken für die baulichen und anlagentechnischen Anforderungen an beheizte Gebäude,

  • dem Energieeinsparungsgesetz (EnEG),
  • der Energieeinsparverordnung (EnEV) und
  • dem Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG)

arbeiten mussten, ist nun nach der bereits im § 1 der EnEV 2014 erfolgten Ankündigung und mehreren Anläufen die Zusammenführung dieser Regelungen in Deutschland zum Gebäude-Energiegesetz gelungen und in Kraft getreten.

Damit hoffen Fachleute und Politiker, einen wesentlichen Beitrag zur Umsetzung der EU-Gebäuderichtlinie vom 22. 6. 2010, zur Verbesserung der Energieeffizienz im Gebäudebereich zu leisten und einen wichtigen Baustein zu Energiewende und Klimaschutz gesetzt zu haben. Diese EU-Gebäuderichtlinie verpflichtet die Mitgliedstaaten, sicherzustellen, dass ab 2021 alle neuen Gebäude als Niedrigstenergiegebäude ausgeführt werden. Für Nichtwohngebäude der öffentlichen Hand gilt diese Pflicht schon seit 2019.

Für die planerische und baupraktische Umsetzung ist es auf alle Fälle ein Fortschritt, wenn man sich auf ein geschlossenes Dokument bezüglich der Gebäudeenergie-Effizienz stützen kann.

Die hier dargestellte Interpretation erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und stellt die Auslegung durch den Autor dar.
Eine Haftung für die Rechtssicherheit kann der Autor nicht übernehmen!

 

2. Was betrifft besonders den Wintergartenbau?

Zunächst kann festgestellt werden, dass sich an den Abschnitten Zweck und Ziel, Anwendungsbereich und Begriffsdefinitionen für uns inhaltlich nichts geändert hat. So gelten nach wie vor als “kleine Gebäude“ solche mit nicht mehr als 50 m² Nutzfläche. Das ist wichtig für den Wintergartenbau wegen des vereinfachten GEG-Nachweises nach Bauteilen!

Im GEG wird an verschiedenen Stellen auf die kürzlich überarbeiteten Musterlösungen für Wärmebrücken nach DIN 41 08 Beiblatt 2: 2019-06 hingewiesen. Das kann auch für den Wintergartenbau insbesondere an Boden- und anderen Bauanschlüssen wichtig werden und sollte beachtet werden, auch wenn der Begriff Wintergarten dort nicht auftaucht und darauf nur auf Seite 13 indirekt verwiesen wird:

„Dachlichtbänder aus Kunststoffmaterialien und Glaskonstruktionen in Dachflächen, z. B. Glasdächer, werden je nach Ausführung bzw. Anschlusssituation
analog den Fensteranschlüssen oder den Lichtkuppelanschlüssen behandelt.“

Etwas schwer verständlich erscheint mir der § 48 formuliert zu sein, der insbesondere für die Betriebe von Bedeutung sein könnte, die Fenster oder (Glas-)-Fassaden liefern und montieren:

Aus meiner Sicht übersetzt für den Praktiker: Nimmt der Eigentümer eines Wohngebäudes mit nicht mehr als zwei Wohnungen komplexe, energetisch relevante Änderungen bzw. Sanierungen an dem Gebäude vor und werden unter Anwendung des § 50 Absatz 1 und 2 für das gesamte Gebäude Berechnungen nach § 50 Absatz 3 durchgeführt, hat der Eigentümer vor Beauftragung der Planungsleistungen ein informatorisches Beratungsgespräch mit einer nach § 88 zur Ausstellung von Energieausweisen berechtigten Person zu führen, wenn ein solches Beratungsgespräch als einzelne Leistung unentgeltlich angeboten wird, z.B. bei der Verbraucherzentrale (um eine energetisch und wirtschaftlich begründete, optimale Sanierungsstrategie effektiv zu entwickeln-Anm. Spenke).

Diese Pflicht gilt nicht, wenn einzelne Bauteleile (entsprechend der Definition in Anlage 7 des GEG) geändert oder saniert werden. Hier reicht es auch für den Nachweis aus, die Einhaltung der in Anlage 7 geforderten maximalen U-Werte für das jeweilige geänderte Bauteil nachzuweisen. Werden weniger als 10 % eines Bauteils geändert, erneuert oder erstmalig eingebaut, ist kein weiterer Nachweis erforderlich.

Wer geschäftsmäßig an oder in einem Gebäude Arbeiten im Sinne des Satzes 3 für den Eigentümer durchführen will, hat bei Abgabe eines Angebots für eine solche Gesamtsanierung oder Erneuerung mehrer Bauteile eines Gebäudes auf die Pflicht zur Führung eines solchen Beratungsgesprächs schriftlich hinzuweisen. Die Erfüllung dieser Hinweispflicht kann der Lieferant durch einen Vermerk im Angebot oder in der Auftragsbestätigung bestätigen lassen.

Energieausweise sind nach wie vor nur für beheizte Gebäude auszustellen (§ 79), für Teile von einem Gebäude nur dann, wenn die Gebäudeteile nach § 106 getrennt zu behandeln sind und nicht für kleine Gebäude, also auch nicht für Wintergärten, auch nicht selbständig als kleines Gebäude errichtete. Hierzu gab es in der Vergangenheit vereinzelt unbegründete Forderungen auch von einzelnen Sachverständigen!

Die Innovationsklausel (§ 103) dürfte für experimentierfreudige und besonders energiebewusste Bauherren eine interessante Neuerung darstellen, die für derzeit noch wenig genutzten neue technische Entwicklungen Spielräume eröffnet. Im täglichen Geschäft der Wintergarten- und Fensterbauer wird das eine untergeordnete Rolle spielen, kann aber besondere Initiativen ermöglichen. Auch die Befreiungsklausel (§ 102) ermöglicht in besonderen Härtefällen eine gesonderte, individuelle Lösung.

Die bisher für den Wintergartenbauer besonders wichtige Tabelle 1 in Anlage 4 finden wir jetzt in Anlage 7 unter der Überschrift:

Höchstwerte der Wärmedurchgangskoeffizienten von Außenbauteilen bei Änderung an bestehenden Gebäuden.

Die hier gegenüber der EnEV 2014/16 weggefallene zusätzliche Erwähnung von kleinen Gebäuden sowie Erweiterung und Ausbau wurde nicht ausdrücklich kommentiert und dürfte für den Wintergartenbau unerheblich sein.

Neu ist die Aufsplittung der bisherigen Zeilen 5a – c in die Zeilen 5a-c und 6a-e der Bauteilgruppen:

  • „Dachflächen sowie Decken und Wände gegen unbeheizte Dachräume“ und
  • „Wände gegen Erdreich oder unbeheizte Räume (mit Ausnahme von Dachräumen) sowie
  • Decken nach unten gegen Erdreich, Außenluft oder unbeheizte Räume“

Entscheidend ist aus meiner Sicht, dass die in der Tabelle enthaltenen Anforderungen bezüglich der Praxis im Wintergartenbau im Wesentlichen unverändert gelten. Die entsprechende Tabelle auf der Homepage des Bundesverband Wintergarten e.V. und im Fachregelwerk des Bundesverband Metallbau ist damit wie folgt zu präzisieren:

 

3. Höchstwerte der Wärmedurchgangskoeffizienten von Außenbauteilen
bei Errichtung von kleinen und Änderung an bestehenden Gebäuden

Auszug aus Tabelle, Anhang 7 zu § 48 GEG 2020: Fenster, Glas-Fassade, Wintergärten …
 
Zeile Erneuerung, Ersatz oder erstmaliger
Einbau von Außenbauteilen
Wohngebäude
und Zonen von
Nichtwohngebäuden mit Raum-Solltemperatur
≥ 19 °C
Zonen von Nicht-Wohngebäuden mit Raum-
Solltemperatur
12 bis < 19 °C
Höchstwerte der Wärmedurchgangskoeffizienten (Umax)
1 a1 Außenwände [6] : Ersatz oder erstmaliger Einbau U=0,24 W/(m²K) U=0,35 W/(m²K)
1 b1,2 Außenwände [6]: Anbringen von Bekleidungen (Platten oder plattenartige Bauteile), Verschalungen, Mauervorsatzschalen oder Dämmschichten auf der Außenseite einer bestehenden Wand oder  Erneuerung des Außenputzes einer bestehenden Wand U=0,24 W/(m²K) U=0,35 W/(m²K)

 

   
       
       

Bauteilgruppe: Fenster, Fenstertüren, Dachflächenfenster, Glasdächer, Außentüren und Vorhangfassaden

2a

Gegen Außenluft abgrenzende Fenster und Fenstertüren:

– Ersatz oder erstmaliger Einbau des gesamten Bauteils oder
– Einbau zusätzlicher Vor- oder Innenfenster

Uw=1,3 W/(m²K) Uw=1,9 W/(m²K)
2b

Gegen Außenluft abgrenzende Dachflächenfenster[7]:

– Ersatz oder erstmaliger Einbau des gesamten Bauteils oder
– Einbau zusätzlicher Vor- oder Innenfenster

Uw=1,4 W/(m²K) Uw=1,9 W/(m²K)
2c³ Gegen Außenluft abgrenzende Fenster, Fenstertüren und Dachflächenfenster: Ersatz der Verglasung oder verglaster Flügelrahmen Ug=1,1 W/(m²K) Keine Anforderung
2d Vorhangfassaden in Pfosten-Riegel-Konstruktionen, deren Bauart DIN EN ISO 12631: 2018-01 entspricht[8] Ersatz oder erstmaliger Einbau des gesamten Bauteils Uc=1,5 W/(m²K) Uc=1,9 W/{m²K)
2e³ Gegen Außenluft abgrenzende Glasdächer: Ersatz oder erstmaliger Einbau des gesamten Bauteils oder Ersatz der Verglasung oder des verglasten Flügelrahmens Uw/Ug=2,0 W/(m²K) Uw/Ug=2,7 W/(m²K)
2f Gegen Außenluft abgrenzende Fenstertüren mit Klapp-, Falt-, Schiebe- oder Hebemechanismus: Ersatz oder erstmaliger Einbau des gesamten Bauteils Uw=1,6 W/(m²K) Uw=1,9 W/(m²K)
3a4

Bauteilgruppe:

 Gegen Außenluft abgrenzende Fenster, Fenstertüren und Dachflächenfenster mit Sonderverglasung:

– Ersatz oder erstmaliger Einbau des gesamten Bauteils oder
– Einbau zusätzlicher Vor- oder Innenfenster

Uw/Ug=2,0 W/(m²K) Uw/Ug=2,8 W/(m²K)
3b4 Gegen Außenluft abgrenzende Fenster, Fenstertüren und Dachflächenfenster mit Sonderverglasung: Ersatz der Sonderverglasung oder verglaster Flügelrahmen Ug=1,6 W/(m²K) keine Anforderung
3c3,4

Vorhangfassaden in Pfosten-Riegel-Konstruktion, deren Bauart DIN EN ISO 12631: 2018-01 entspricht (Wärmetechnisches Verhalten von Vorhangfassaden – Berechnung des Wärmedurchgangskoeffizienten)[4], mit Sonderverglasung: Ersatz oder erstmaliger Einbau des gesamten Bauteils

Uc=2,3 W/(m²K) Uc=3,0 W/(m²K)
4 Einbau neuer Außentüren (ohne rahmenlose Türanlagen aus Glas, Karusselltüren und kraftbetätigte Türen)

U=1,8 W/(m²K)

{Türfläche)

U=1,8 W/(m²K)

{Türfläche)

                    Bauteilgruppe:

                          Dachflächen sowie Decken und Wände gegen unbeheizte Dachräume

5a1

Gegen Außenluft abgrenzende Dachflächen einschließlich Dachgauben sowie gegen unbeheizte Dachräume abgrenzende Decken (oberste Geschossdecken) und Wände (einschließlich Abseitenwände): Ersatz oder erstmaliger Einbau

Anzuwenden nur auf opake Bauteile

U=0,24 W/(m²K) U=0,35 W/(m²K)
5b1,5

Gegen Außenluft abgrenzende Dachflächen einschließlich Dachgauben sowie gegen unbeheizte Dachräume abgrenzende Decken (oberste Geschossdecken) und Wände (einschließlich Abseitenwände): Ersatz oder Neuaufbau einer Dachdeckung einschließlich der darunter liegenden Lattungen und Verschalungen oder Aufbringen oder Erneuerung von Bekleidungen oder Verschalungen oder Einbau von Dämmschichten auf der kalten Seite von Wänden oder obersten Geschossdecken

Anzuwenden nur auf opake Bauteile

U=0,24 W/(m²K) U=0,35 W/(m²K)
5c 1,5

Gegen Außenluft abgrenzende Dachflächen mit Abdichtung:

– Ersatz einer Abdichtung, die flächig das Gebäude wasserdicht abdichtet, durch eine neue Schicht gleicher Funktion (bei Kaltdachkonstruktionen einschließlich darunter liegender Lattungen) Anzuwenden nur auf opake Bauteile

U=0,20 W/(m²K) U=0,35 W/(m²K)

                    Bauteilgruppe:

Wände gegen Erdreich oder unbeheizte Räume (mit Ausnahme von Dachräumen)
sowie Decken nach unten gegen Erdreich, Außenluft oder unbeheizte Räume

6a1

Wände, die an Erdreich oder an unbeheizte Räume (mit Ausnahme von Dachräumen) grenzen, und Decken, die beheizte Räume nach unten zum Erdreich oder zu unbeheizten Räumen abgrenzen:

– Ersatz oder erstmaliger Einbau

U=0,30 W/(m²K) keine Anforderung
6b1,5

Wände, die an Erdreich oder an unbeheizte Räume (mit Ausnahme von Dachräumen) grenzen, und Decken, die beheizte Räume nach unten zum Erdreich oder zu unbeheizten Räumen abgrenzen:

– Anbringen oder Erneuern von außenseitigen Bekleidungen oder
Verschalungen, Feuchtigkeitssperren oder Drainagen oder

– Anbringen von Deckenbekleidungen auf der Kaltseite

U=0,30 W/(m²K) keine Anforderung
6c 1,5

Decken, die beheizte Räume nach unten zum Erdreich, zur Außenluft oder zu unbeheizten Räumen abgrenzen:

– Aufbau oder Erneuerung von Fußboden aufbauten auf der beheizten
Seite

U=0,50 W/(m²K) Keine Anforderung
6d1 Decken, die beheizte Räume nach unten zur Außenluft abgrenzen:
– Ersatz oder erstmaliger Einbau
U=0,24 W/(m²K) U= 0,35 W/(m²K)
6e 1,5

Decken, die beheizte Räume nach unten zur Außenluft abgrenzen,

– Anbringen oder Erneuern von außenseitigen Bekleidungen oder
Verschalungen, Feuchtigkeitssperren oder Drainagen oder

– Anbringen von Deckenbekleidungen auf der Kaltseite

U=0,24 W/(m²K) U=0,35 W/(m²K)

1   Werden Maßnahmen nach den Nummern 1 a, 1 b, 5a, Sb, Sc, 68, 6b, 6c, 6d oder 6e ausgeführt und ist die Dämmschichtdicke im Rahmen dieser
Maßnahmen aus technischen Gründen begrenzt, so gelten die Anforderungen als erfüllt, wenn die nach anerkannten Regeln der Technik höchstmögliche Dämmschichtdicke eingebaut wird, wobei ein Bemess  ungswert der Wärmeleitfähigkeit von l= 0,035 W/(mK) einzuhalten ist.

Abweichend von Satz 1 ist ein Bemessungswert der Wärmeleitfähigkeit von l = 0,045 W/(mK) einzuhalten, soweit Dämmmaterialien in Hohlräume
eingeblasen oder Dämmmaterialien aus nachwachsenden Rohstoffen verwendet werden. Wird bei Maßnahmen nach Nummer 5b eine
Dachdeckung einschließlich darunter liegender Lattungen und Verschalungen ersetzt oder neu aufgebaut, sind die Sätze 1 und 2 entsprechend
anzuwenden, wenn der Wärmeschutz als Zwischensparrendämmung ausgeführt wird und die Dämmschichtdicke wegen einer innenseitigen
Bekleidung oder der Sparrenhöhe begrenzt ist. Die Sätze 1 bis 3 sind bei Maßnahmen nach den Nummern 5a, 5b, und 5c nur auf opake Bauteile
anzuwenden.

2  werden Maßnahmen nach Nummer 1 b ausgeführt, mUssen die dort genannten Anforderungen nicht eingehalten werden, wenn die Außenwand
nach dem 31. Dezember 1983 unter Einhaltung energiesparrechtlicher Vorschriften enichtet oder erneuert worden ist.

3 Bei Ersatz der Verglasung oder verglaster Flügelrahmen gelten die Anforderungen nach den Nummern 2c, 2e und 3c nicht, wenn der vorhandene
Rahmen zur Aufnahme der vorgeschriebenen Verglasung ungeeignet ist. Werden bei Maßnahmen nach Nummer 2c oder bei Maßnahmen
nach Nummer 2e Verglasungen oder verglaste Flügelrahmen ersetzt und ist die Glasdicke im Rehman dieser Maßnahmen aus technischen
Gründen begrenzt, so gelten die Anforderungen als erfUIIt, wenn eine Verglasung mit einem Wärmedurchgangskoefllzlenten von höchstens
1,3 W/(m2·K) eingebaut wird. Werden Maßnahmen nach Nummer 2c an Kasten- oder Verbundfenstern durchgefUhrt, so gelten die Anforderungen
als erfOIIt, wenn eine Glastafel mit einer infrarot-reflektierenden Beschichtung mit einer Emissivität sn ≤ 0,2 eingebaut wird.

4 Sondervergissungen im Sinne der Nummern 3a, 5b und 5c sind
– Schallschutzverglasungen mit einem bewerteten Schalldämmmaß der Verglasung von Rw,R ~ 40 dB nach Dl N EN ISO 717-1: 201S-06 oder
einer vergleichbaren Anforderung,
– lsoliarglas-Sonderaufbauten zur Durchschusshemmung, Durchbruchhemmung oder Sprangwirkungshemmung nach anerkannten Regeln
dar Technik oder
– lsollarglas-Sonderaulbauten als Brandschutzglas mit einer Einzelelementdicke von mindestens 18 mm nach DIN 4102-13: 1990-05 oder
einer vergleichbaren Anforderung.

5  werden Maßnahmen nach den Nummern 5b, 5c, 6b, 6c oder 6e ausgeführt, müssen die dort genannten Anforderungen nicht eingehalten werden,
wenn die Bauteilfläche nach dem 31. Dezember 1983 unter Einhaltung energiesparrechtlicher Vorschriften errichtet oder erneuert worden ist.

_________

[6] hier sind z.B. auch massive Seitenwände von Wintergärten einzuordnen. Paneele werden nicht ausdrücklich angesprochen, können aber bauphysikalisch analog zu Verglasungen behandelt werden, wenn in Leichtbauweise integriert.

[7] Dachflächenfenster in Wintergärten werden gewöhnlich in die U-Wertberechnung der Glasdächer einbezogen, schon um das meist sehr geringe Gefälle korrekt zu berücksichtigen.

[8]  bauphysikalisch gehören auch die transparenten Seitenwände von Wintergärten dazu

 

 4. Wie ist die Übergangsphase geregelt?

(Allgemeine Übergangsvorschriften, §111)

Laufende Bauvorhaben

Wenn ein Bauvorhaben bereits genehmigt ist, ändert sich nichts für seine Planung und Ausführung. Es gelten weiterhin die bisherigen Regeln der parallellaufenden EnEV 2014, EnEV ab 2016, EnEG 2013 und EEWärmeG 2011. Maßgeblich ist das Datum, an dem der Bauherr den Bauantrag eingereicht, die Anzeige erstattet oder bei nicht genehmigungs- und anzeigenpflichtigen Bauprojekten, mit der Ausführung begonnen hat. Diejenigen Energiesparregeln, die an diesem Tag in Kraft waren, gelten weiterhin für das Bauprojekt (§ 111).

Für einige Bauvorhaben, wie Bauträger-Projekte, soll keine zu große Zeitspanne zwischen dem Einreichen des Bauantrags und der Übergabe an den Käufer der neuen Wohnung, Haus oder sonstigem Objekt liegen. Der Baustandard des Gebäudes bei der Übergabe muss demjenigen entsprechen, den auch andere vergleichbare, zum selben Zeitpunkt fertig gestellte Bauprojekte, aufweisen.

Das dürfte für den Bau von kleinen Wintergärten kaum eine Rolle spielen, da sich für diese die bauphysikalischen Anforderungen gegenüber dem Stand von 2014 nicht geändert haben.

Bauantragstellung oder Bauanzeige bis 31. 10. 2020:
Für das Bauvorhaben gelten weiterhin die Regeln der EnEV 2014, bzw. EnEV ab 2016 sowie des EEWärmeG 2011. Der Bauherr kann aber auch die Anwendung des GEG 2020 verlangen.

Baugenehmigung nach 1. Nov. 2020:
In dieser Situation können Sie als Bauherr für Ihr Projekt fordern, dass es gemäß den Anforderungen des GEG 2020 geprüft und genehmigt wird. Dafür müssen aber auch die Architekten, bzw. Planer das Projekt nach den neuen Regeln des GEG 2020 geplant und die Nachweise entsprechend geführt haben.

Bauanzeige ab 1. Nov. 2020:
Es gelten die Regeln des neuen GebäudeEnergieGesetzes (GEG 2020).

 

5. Fazit

Trotz einiger neuer Formulierung haben sich zumindest für die Masse der kleinen Wintergärten (unter 50 m² Nutzfläche) die wärmetechnischen Anforderungen gegenüber der EnEV 2014 nicht substantiell geändert. Ob es neue Interpretationen oder Anwendungsvorschriften für die Bauämter geben wird, bleibt abzuwarten und zu beobachten. Die Forcierung des Austauschs diesbezüglicher Erfahrungen unter den betroffenen Fachakteuren, insbesondere dem Bundesverband Metall und dem Bundesverband Wintergarten aber auch anderer Fachvertretungen, bleibt für alle Beteiligten notwendig und nützlich.

Die wesentlichen Antriebe für Innovationen gehen auch auf dem Gebiet des Gebäudeenergieverbrauchs, wie allgemein in der handwerklichen oder manufakturähnlichen Produktion üblich, nach wie vor vom Wettbewerb und nicht von staatlichen Regelungen aus, auch wenn es wünschenswert wäre, dass Rechtsrahmen und Förderungen kräftige Anreize für technische und technologische Innovationen bieten und eine übergreifende, umfassende Energiewende dadurch vorangetrieben würde.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kontakt

Dr. Steffen Spenke
Bauschäden-an Wintergärten, Fenstern,
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