Häufige Fragen zum Wintergarten (FAQ)

Antworten auf häufig gestellte Fragen:

In diesem Abschnitt werden häufige Fragen zum Wintergarten (FAQ) behandelt, deren Beantwortung also auch immer wieder ähnlich erfolgt, so dass Sie von den bereits vorliegenden Antworten profitieren können.

Frage:

Ich habe im Vertrag die Lieferung und die Montage eines Wintergartens der Firma w aus dem System x vereinbart. Mein Vertragspartner hat hat einen Wintergarten von der Firma y aus dem System z geliefert. Die optischen Unterschiede sind gering, so dass ich das als Laie nicht gleich erkannt habe. Auf meine diesbezügliche Frage antwortete der Wintergartenbauer, dass die Systeme statisch und bezüglich der thermischen Qualität gleichwertig seien. Muss ich das akzeptieren?

Antwort:

Allgemein gilt: wenn nicht das geliefert wurde, was vertraglich vereinbart wurde, dann ist das ein Mangel und muss nicht abgenommen werden, es sei denn, mit dem Vertrag wurde vereinbart “…oder gleichwertig” bzw. der Vertragsänderung zugestimmt. Sie sollten sich also sicherheitshalber den Vertrag noch einmal genau ansehen.

BGB dazu in § 434 Sachmangel:
“(1) Die Sache ist frei von Sachmängeln, wenn sie bei Gefahrübergang die vereinbarte Beschaffenheit hat.
Soweit die Beschaffenheit nicht vereinbart ist, ist die Sache frei von Sachmängeln,
1. wenn sie sich für die nach dem Vertrag vorausgesetzte Verwendung eignet, sonst
2. wenn sie sich für die gewöhnliche Verwendung eignet und eine Beschaffenheit aufweist, die bei Sachen der gleichen Art üblich ist und die der Käufer nach der Art der Sache erwarten kann.

Zu der Beschaffenheit nach Satz 2 Nr. 2 gehören auch Eigenschaften, die der Käufer nach den öffentlichen Äußerungen des Verkäufers, des Herstellers (§ 4 Abs. 1 und 2 des Produkthaftungsgesetzes) oder seines Gehilfen insbesondere in der Werbung oder bei der Kennzeichnung über bestimmte Eigenschaften der Sache erwarten kann, es sei denn, dass der Verkäufer die Äußerung nicht kannte und auch nicht kennen musste, dass sie im Zeitpunkt des Vertragsschlusses in gleichwertiger Weise berichtigt war oder dass sie die Kaufentscheidung nicht beeinflussen konnte.

(3) Einem Sachmangel steht es gleich, wenn der Verkäufer eine andere Sache oder eine zu geringe Menge liefert.”

Zur Sicherheit sollten Sie im Einzelfall einen Rechtsanwalt konsultieren, der auch Ihre Vertragsunterlagen konkret in die rechtliche Beurteilung einbeziehen kann.
Es kann ja sein, dass Ihr Lieferant gute Gründe für diesen Austausch hatte, aber eine einseitige Vertragsänderung von Ihnen würde er sich sicher auch nicht ohne weiteres akzeptieren.

Frage:    

Die Regenrinne an Wintergärten, Terrassendächern, Vordächern wird aus optischen und konstruktiven Gründen von uns immer waagerecht befestigt. Es verbleibt ein Rest von 3-5 mm Wasser. Ist das ein Mangel?

Antwort:

Die Ausführung mit 1 cm/m Gefälle hat sich in der Praxis bei “normalen” Dachrinnen bewährt, da hier ein guter Abfluß und geringere Schmutzablagerungen gesichert sind. Generell können Dachrinnen jedoch mit oder ohne Gefälle eingebaut werden. Es müssen allerdings die Rinne und die Abflüsse so bemessen werden, daß ein ausreichender Abfluß sichergestellt ist.

Am Wintergarten oder dem Terrassendach werden die Dachrinnen fast ausschließlich horizontal gebaut (Optik, einfachere konstruktive Lösungen), sofern sich aus der Geometrie des Wintergartens nichts anderes ergibt, z.B. abfallende Rinne bei abgeschrägtem Pultdach. Bei beidseitig abgewalmten Pultdächern geht es überhaupt nicht anders. Dabei wird in Kauf genommen, daß ein minimaler Rest-Wasserbestand bleibt und Schmutzablagerungen etwas schneller entstehen. Deshalb empfiehlt es sich, den Kunden darauf hin zu weisen, auch im Hinblick auf erforderliche regelmäßige Inspektion und Reinigung.

Das ist in der DIN EN 12056: 2001-01 ausführlich beschrieben:

Abschnitt 5: Planung von Dachentwässerungsanlagen

5.1 Vorgehängte Dachrinnen

5.1.1 Dachrinnen dürfen ohne oder mit Gefälle verlegt werden, wenn nicht in nationalen oder regionalen Vorschriften etwas
anderes festgelegt ist. Eine Dachrinne, welche mit einem Gefälle von 3mm/m oder weniger verlegt ist (in der Folge als
Dachrinne ohne Gefälle bezeichnet), ist als Dachrinne ohne Gefälle zu planen.

5.2.5 Eine Dachrinne wird hydraulisch als „kurz“ bezeichnet, wenn ihre Länge L nicht größer als das Fünfzigfache der
Sollwassertiefe, W, ist, die bei einer innenliegenden oder eingebauten Dachrinne gleich der Überlaufhöhe abzüglich des
Freibords ist. Für ohne Gefälle oder mit Gefälle verlegte Dachrinnen, die diesen Wert überschreiten, ist das
Abflussvermögen QL nach 5.2.3 oder 5.2.4 mit dem zugehörigen Faktor FL aus Tabelle 6 zu multiplizieren, d. h., das
Abflussvermögen ist QL · FL.

Da die Wintergartendachrinnen häufig wegen der besseren Gestaltungsmöglichkeit außen höher als nach innen sind, sind für die Ableitung von Starkregen bei längeren Dachrinnen Notüberläufe erforderlich.

(Quelle: Bundesverband Wintergarten e.V.)

Warum Fenster “schwitzen” ?

Oftmals klagen Mieter und Bauherren von Alt- und Neubauwohnungen über feuchte Wände oder beschlagene Fensterscheiben. Die Vermutung, dass das Wasser von außen eindringt, liegt nahe.  Dies ist aber selten die Ursache. Auch die Vermutung, dass die Fenster schlechte Wärmedämmung aufweisen, trifft meist nicht zu. Die Feuchtigkeit kann viele Gründe haben. Sehr häufig handelt es sich dabei um Kondenswasser, auch Schwitz- oder Tauwasser genannt: Wasser, das aus kühler werdender Luft austritt, und sich an Bauteilen ablagert.

Entscheidend für das Entstehen von Kondenswasser sind die Temperatur und die Luftfeuchtigkeit. In seiner ursprünglichen Form ist es als unsichtbarer Wasserdampf in der Luft enthalten. Dieser Anteil ist aber nicht konstant. Je wärmer die Luft, desto mehr Wasser kann sie binden. Sinkt die Temperatur, nimmt auch die Wasseraufnahmefähigkeit der Luft bis zu einer Grenze ab, bei der die Feuchtigkeit nicht mehr als Dampf von der Luft gehalten werden kann und zu Nebel, Wolken oder gar Wasser wird.

Die Grenztemperatur, bei der die relative Luftfeuchtigkeit 100 Prozent beträgt, heißt Taupunkttemperatur. Kühlt mit Wasserdampf angereicherte Luft ab, nähert sie sich dieser Sättigungsgrenze. Sie wird an den kältesten Stellen eines Raums am ehesten überschritten, und die Luft gibt hier einen Teil des Wassers als Kondenswasser ab. Zusätzlich tragen die Bewohner durch Atemluft, Baden, Waschen und Kochen oder durch falsches Lüftungsverhalten zur Kondensatbildung bei.

Kondensatbildung an einzelnen Stellen

Im Haus gibt es unterschiedlich warme Zonen. Ausschlag gebend für die Raumtemperatur ist, wie gut die Außenwände gedämmt sind, wie Heizungen und Fenster platziert sind oder wie sich die Heizungsluft im Zimmer ausbreiten kann. Die in der Luft enthaltene Wassermenge ist in der Regel im gesamten Raum gleich. Wenn die Temperaturen aber variieren, ergeben sich damit auch verschiedene relative Luftfeuchtigkeiten. Wenn an einer Stelle die Temperatur so weit sinkt, dass die relative Luftfeuchtigkeit 100 Prozent erreicht, setzt sich hier Wasser ab. Dabei kommt es auf die tatsächliche Höhe der Temperatur nicht an. Wenn genügend Feuchtigkeit in der Luft ist, kann es auch bei Zimmertemperatur zu Kondenswasserausfall kommen. Gelangt zum Beispiel Luft mit 20° Celsius und 50 Prozent relativer Luftfeuchte an Oberflächen, deren Temperatur unter zehn Grad Celsius liegt, fällt Kondenswasser aus (man erinnere sich an die kalte Getränkeflasche aus dem Kühlschrank).

Kondenswasser vorbeugen

Kondenswasser vertikalfensterKondenswasser lässt sich nur verhindern, wenn die relative Luftfeuchtigkeit unter 100 Prozent bleibt. Das erfordert an jeder Stelle im Raum eine ausgewogene Kombination aus Temperatur und Luftfeuchtigkeit. “Regelten” früher ungeplante Undichtheiten des Gebäudes einen notwendigen Luftwechsel, erschweren heute die gestiegenen Anforderungen an die Dichtheit der Gebäudehülle diesen natürlichen Luftaustausch. Sobald ein Wert die kritische Grenze erreicht, muss entweder die Temperatur erhöht oder der Feuchtigkeitsgehalt durch richtiges Lüften – mehrmaliger täglicher Durchzug von fünf bis zehn Minuten – gesenkt werden.

Kondenswasser an DachfensternKondenswasser gefährdet sind üblicherweise die wärmetechnischen Schwachstellen der Gebäudehülle wie Außenmauern oder Dachschrägen. Zudem schränkt die ungünstige Anordnung von Heizkörpern, Fensterbänken oder Vorhängen die Luftzirkulation entlang der gesamten Fläche ein. Liegt zum Beispiel unter einem Dachwohnfenster eine geschlossene Fensterbank, kann die warme Luft nicht mehr den unteren Bereich des Fensters erreichen. Es können sich Feuchtigkeit und in Folge davon Schimmel oder Ausblühungen bilden. Wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass für das Wachstum von Schimmelpilzen nicht einmal eine sichtbare Kondenswasserbildung erforderlich ist. Schimmelpilze können bereits entstehen, wenn die relative Luftfeuchte an den Bauteiloberflächen längere Zeit 80 Prozent beträgt.

Dachwohnfenster sind der Witterung wesentlich stärker ausgesetzt als Fassadenfenster. Schnee, Hagel, Regen und Sturm kühlen sie stark ab. Die innerhalb der Gebäudehülle nach oben steigende feuchtwarme Luft erkaltet an den Dachwohnfenstern und kondensiert an den Scheiben. Um die Entstehung von Kondenswasser und eine daraus häufig resultierende Schimmelpilzbildung zu vermeiden, ist eine Erhöhung der Oberflächentemperaturen in diesen Bereichen notwendig, zum Beispiel durch unter den Fenstern angebrachte Heizkörper. Sie sollten in den kalten Monaten schwach, aber ständig in Betrieb sein, so dass stetig warme Luft die Fensterscheiben langsam erwärmt und sie weniger beschlagen. Das richtige Innenfutter gewährleistet zudem eine optimale Warmluftführung. Auch die Verwendung von besonders beschichtetem Isolierglas kann die Kondenswasserbildung weiter vermindern, denn je höher der Wärmedämmwert einer Scheibe ist, desto weniger Kälte gelangt in den Raum und damit an die Scheibe. Auf ihrer “warmen” Innenseite kondensiert weniger Feuchtigkeit, weil die gesättigte Luft den Taupunkt später unterschreitet.

 

Weiterführende Informationen zu Kondensat:

Wintergarten-Ratgeber / Bundesverband Wintergarten e.V.:

http://bundesverband-wintergarten.de/wintergarten-kunden/wintergarten-ratgeber/wintergarten-lueftung/

http://bundesverband-wintergarten.de/wintergarten-kunden/wintergarten-ratgeber/wintergarten-heizung/

Häufig gestellte Fragen / Bundesverband Wintergarten e.V.

Wintergarten Forum / Bundesverband Wintergarten /, u.a.:

- http://wintergarten-forum.org/showthread.php?tid=64

- http://wintergarten-forum.org/showthread.php?tid=53